Das Museum – Die „älteste“ Großfamilie der Welt

Weltweites Aufsehen genießen die Toten aus der Lichtensteinhöhle. Diese Höhle liegt etwa 15 km entfernt im Gipskarstgürtel des Südharzrandes nahe Osterode (teilweise falsch verbreitet als „Lichtenberghöhle”). Vor fast 3000 Jahren war sie das Grab eines bronzezeitlichen Familienclans. Das Museum ist der Familie und den sensationellen Forschungsergebnissen gewidmet. Sie zählen zu den Höhepunkten der europäischen Höhlenarchäologie.

Im Höhlengrab haben sich tausende Knochen so gut erhalten, dass Forscher der Universität Göttingen die Analyse alter DNA weiterentwickeln und erstmals überhaupt Verwandtschaftsbeziehungen einer frühgeschichtlichen Menschengruppe genetisch beweisen konnten – eine einmalige krimiähnliche Analyse, bei der inzwischen 70 Individuen ermittelt wurden. Und mindestens so spektakulär war der Nachweis heute lebender, hochwahrscheinlicher Nachfahren der „Lichtensteiner“.

Dank der DNA und anhand vielfältiger Funde zeigt die Ausstellung mit lebendigem Bezug zum Heute das bereits hochentwickelte Leben und das Sterben des Clans. Sie finden hier den weltweit bislang ältesten und, wenn auch lückenhaft, mit den wahrscheinlichen Nachfahren auch längsten genetisch belegten Stammbaum einer Großfamilie!

Ein originalgetreuer Nachbau des Höhlengrabs schwebt unter der Decke des Höhlenmuseums. Groß und Klein können hindurch kriechen. Auch lebensnah rekonstruierten Gesichtern können sie in die Augen sehen. Hörstationen und Trickfilme erwecken bronzezeitliche Felsbilder zum Leben.

Das Museum entdecken Sie in Eigenregie. Ergänzend als weitere Erlebnisebene sind gegen eine kleine Gebühr über Kopfhörer imaginäre Gespräche zwischen Vorfahren und Nachfahren zu hören. Den Wunsch nach Museumsführungen bitte rechtzeitig voranmelden.

Hier ein Filmbeitrag zur Forschung der Uni Göttingen an alter DNA aus der Lichtensteinhöhle aus unserem Eröffnungsjahr 2008:
www.wissen.de/lichtensteinhöhle



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